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Gau-Bischofsheimer Orgelkonzerte

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Rueckblick auf das Konzert am 29. September 2019 mit Alina Nikitina (Orgel)

Musikalische Blueten des Barocks

Von Karl-Ludwig Goeth

Wow! Man, oder treffender Frau, kann es sich einfacher machen. Die Auswahl der Stuecke von Alina Nikitina war sehr anspruchsvoll. Das ehrt uns als Besucher der Konzertreihe. Sie folgte zudem dem Wunsch des Veranstalters, Werke aus ihrer Heimat (Russland: Mushel) und ihrer aktuellen Wirkungsstaette (Schweiz: Kotter) dem Themenprogramm beizufuegen. Entsprechend war die junge Organistin gefordert, an der kleinen historischen Orgel durch geschickten Einsatz der Register die ausgewaehlten Werke erbluehen zu lassen. Dazu rasten ihre schlanken Finger sicher die Tonleitern rauf und runter und ermuedeten auch nicht bei unzaehligen stark faehnchenschwangeren Notenreihen der unterschiedlichen Kompositionen. Buxtehudes Toccata in F-Dur war abwechslungsreich registriert und genau das richtige Stueck um zu sagen: Hallo, hier bin ich! Dem Besucher war es danach ueberlassen, bei den 7 Variationen zu Est-ce Mars von Sweelinck zu entscheiden, welche im Lied jeweils eher Mars und welche eher Amor zuzuschreiben war. Vielleicht war aber auch Amor ein bisschen Mars, oder umgekehrt. Hinweise durch die Registrierung gab es. Durchgehend nur mit leisen Floetenregistern hat die Musikerin Reinckens Fuge in g-Moll vorgestellt. Dadurch waren die ganzen Feinheiten der Komposition und gerade die sehr schnellen Passagen - wunderbar transparent zu erleben, im Gegensatz zu fetteren Registrierungen des Werks. Sehr, sehr schoen anzuhoeren. Die Fantasie Es-Dur von Muethel bezeichnet die Kuenstlerin selbst als ein bisschen verrueckt. Aber das braucht's doch in der Musik, oder? [Ein Gruezi in die Schweiz!]. Der Renaissancekomponist Kotter war mit zwei Spanieler (Tanzsaetze) vertreten. Den Kochersperger Spanieler hat die Interpretin scharf mit Zungenregister registriert, ganz im Sinne der Instrumentierung der Renaissance. Dem zweiten hat sie diese Schaerfe genommen und ist damit foermlich in das Barock hinein getanzt. Die wunderbare, gleichmaessige, pausenlose Melodiebewegung in der Toccata von Seixas zeigt, warum dieser Komponist schon mal gerne der portugiesische Bach genannt wird. Bekannte, vertraute Orgelklaenge gab die Kuenstlerin bei Muffats Toccata den Besuchern zu hoeren. So klingt Orgel traditionell. Was direkt ueberleitet zu J. S. Bach. Eine Violinsonate in die Orgelsprache als Praeludium und Fuge d-Moll uebersetzt (von Bach?) macht die Sache spieltechnisch nicht einfacher. Die Orgelspielerin hat auch diese Aufgabe mit Bravour geloest. Verabschiedet hat sie sich, wie sie angeklopft hat: fulminant. Die Toccata von Mushel treibt sich selbst mit fuer uns ungewohnter rhythmischer Begleitung immer staerker in ihren gewaltigen Schluss und zum Laermen eignet sich halt am besten das Plenum. Fermate - Habe fertig! Die Konzertbesucher dankten mit anhaltendem Applaus fuer ein grossartiges Rezital und entlockten damit der sympathischen Alina Nikitina noch eine Zugabe.

 

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