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Gau-Bischofsheimer Orgelkonzerte

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Rückblick auf das Konzert am 31. März 2019 – Lutz Brenner (Orgel)

„Eine musikalische Kirchenführung durch St. Petrus ad vincula

Von Karl-Ludwig Göth

Das war kein Standardprogramm, das war eine künstlerisch intensive Auseinandersetzung mit dem von der Organisation der Konzertreihe vorgegebenen Thema einer „musikalischen Kirchenführung“. Sachkundig hat Lutz Brenner auf der historischen Geissel-Orgel spielbare Kompositionen ausgewählt und den Sehenswürdigkeiten zugeordnet. Kurze, prägnante Erläuterungen vor jedem Stück stellten die Verbindung zwischen gewählter Musik und Ausstattungsgegenstand her.

Das große e-Moll Präludium von Nicolaus Bruhns geriet vielseitig und mächtig und stand für die Weltkirche und die vielen unterschiedlichen Gotteshäuser schlechthin. Der Komposition „Maria zart“ von Arnolt Schlick in adäquatem Renaissanceklang war dem Bild der jungen Maria zugedacht. Kontraststark war die Ausgestaltung der Musik für den Gekreuzigten und den Allherrscher. Hie das tiefsinnige Bachsche „O Lamm Gottes unschuldig“, dort dessen im wahrsten Sinn des Wortes fürstliche G-Dur Konzert, herrlich dargeboten mit strahlendem und raumfüllendem Klang. Mit flinken, sicheren Fingern präsentierte Lutz Brenner den Konzertbesuchern die einmalig schönen Flötenregister der historischen Geissel-Orgel von 1667 bei Haydns Flötenuhrstücken. Mit einem Augenzwinkern gewählt und in der textlichen Erläuterung präzisiert, stand der Bolero de concert für den Ambo. Der weltliche Touch der rhythmischen Musik galt besonders den Predigten in Reimform und der Schimpfe früherer Zeiten von dieser Stelle aus. Den Schlussakkord setzte Brenner mit einer Trilogie des Lebens: Geburt – Sterben – Begräbnis. Den Emotionen war freier Lauf gegeben, sei es bei dem schönen Wiegenlied von Vierne, Rheinbergers meditativem „O Haupt voll Blut und Wunden“, oder dem Schlusschor der Matthäuspassion “Wir setzen uns mit Tränen nieder“ in einer Bearbeitung für Orgel durch den Künstler des Abends.

Lutz Brenner hat auch mit eigenen Improvisationen geglänzt. Beeindruckend seine vielfältige Registrierung innerhalb der dargebotenen Stücke, die die Geissel-Orgel an den Rand ihrer Möglichkeiten führte. Der Organist bot zunächst eine ruhig und feierlich registrierte Improvisation in Suitenform um der Himmelkönigin (Maria Coeli) zu huldigen. Sein vielschichtiges „Tu es Petrus“ mit nachvollziehbarer Tonmalerei wurde dieser Figur sehr gerecht. Intelligent, kreativ und modern verband er bei einer weiteren Improvisation die Nenntöne der drei Glocken von St. Petrus mit einem Kirchenlied, das die Organisatoren vorgegeben hatten.  

Die Besucher goutierten dieses besondere und beeindruckende Konzert mit langanhaltendem Applaus.

 

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Nächster Konzerttermin:

Sonntag, 29.September 2019, 19.00 Uhr

 

 

 

Eintritt frei – Spende erbeten

 

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